Jahresbericht 2000

Das neue Sängerjahr begann besinnlich mit einer Rückbesinnung auf Weihnachten, denn am 9. Januar sangen wir noch einmal die Lieder, die wir für Heilig Abend eingeprobt hatten und zwar in der evangelischen Kirche in Oberpleis.

Und “richtig” los ging’s dann am 21. Januar mit der Mitgliederversammlung, bei der Josef Göbel insbesondere das neue Ehrenmitglied Willi Weber I und einige Mitglieder, die eine runde Zahl von Jahren im Chor mitsingen: Willi Weber II (10 Jahre), Wolfgang Kwoczalla und Georg Lichtenberg (20 Jahre), Karl-Josef Krahe (30 Jahre) sowie Rainer Wasserheß (40 Jahre) begrüßen konnte, aber auch alle anderen Anwesenden herzlich willkommen hieß.

Leider musste er das Experiment, das der Vorstand mit Karl-Josef Krahe als 1. Dirigent und Pawel Brochin als Probendirigent versucht hatte , als gescheitert erklären. Karl-Josef hatte sein Dirigentenamt niedergelegt. Damit ging also ein Aera zu Ende, die 30 Jahre gewährt hatte. Josef dankte ihm für die von ihm geleistete Arbeit. Künftig wird nun Pawel Brochin der Dirigent des Chores sein.

Zu Ende war auch die Legislaturperiode des Vorstands; deshalb war ein neuer Vorstand zu wählen. Der Wahlleiter Willi Weber II machte es kurz: Der alte Vorstand wurde bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung wiedergewählt. Neue Kassenprüfer mussten noch nicht gewählt werden, weil Rudi Efferoth und Bernd Michalk die Kasse erst einmal geprüft hatten.

Ja, auch in diesem Jahr gab’s genug Arbeit für den Chor:

Am 10. Februar wurde Heinz Buchholz 70 Jahre alt, und obwohl Heinz aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitsingen kann, hat er uns zu einem kleinen Umtrunk eingeladen. Und wir bedankten uns mit einem Ständchen.

Der nächste Auftritt war zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder des Chores in der Messe am 20. Februar.

Großes Ziel aber war zunächst das “etwas andere” Konzert am 15. April, das als bunter Abend gestaltet wurde. Dabei traten neben dem Chor unter dem neuen Dirigenten Pawel Brochin auch Rudi Lichtenberg und Rainer Wasserheß als Solisten auf, das Quintett Reinhard Otto, Hans-Theo Hobeuel, Wolfgang Kwoczalla, Johannes Winterscheid und Rainer Wasserheß führten einen “Probenabend beim Männerchor” vor und de Fründe präsentierten einige Lieder ihres Repertoirs. Zur Abrundung des Ganzen spielte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Eudenbach unter der Leitung von Dieter Bergmann vor einer bis auf den letzten Platz gefüllten Mehrzweckhalle in Eudenbach. Diesen großartigen Rahmen nutzte der 1. Vorsitzende, um zum einen dem scheidenden Karl-Josef Krahe offiziell für sein 30‑jährige Tätigkeit für den Chor zu danken und zum Ehrenchorleiter zu ernennen. Außerdem wurde Rainer Wasserheß für seine 40-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt. Er erhielt aus der Hand von Karl Winzen, dem Vorsitzenden der Sängergruppe Siebengebirge, die goldene Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes.

Zum traditionellen Maiansingen hatte der Chor am 1. Mai auf den Eudenbacher Marktplatz eingeladen. Mit Chorgesang und offenem Singen gemeinsam mit den zahlreichen Besuchern wurde der Mai begrüßt. Als zusätzlichen Höhepunkt hatte man noch die Fähndelschwenker der Junggesellenvereins Berghausen eingeladen, die mit ihrem Können für weitere gute Stimmung sorgten.

Berd Michalk wurde 60 und lud deshalb den Chor am 6. Mai zu einem Umtrunk zum Arno.

Der Tag des Liedes wurde dieses Jahr am 28. Mai als Freundschaftssingen beim Männergesangverein “Liedertafel” in Aegidienberg begangen, der sein 125-jähriges Bestehen feierte.

Drei Tage später, am 31. Mai feierten Sieglinde und Wolfgang Scheider 25-jähriges Bestehen ihrer Ehe und hatten uns dazu ins Pfarrheim eingeladen. Und wir bedankten uns mit einem Ständchen. Doppelt so lang sind Margarete und Heinz Buchholz verheiratet Mit ihnen feierte die Dorfgemeinschaft Quirrenbach am 10. Juni in der Eudenbacher Turnhalle und der Chor trug mit einem Ständchen zum Programm bei. Eine Woche vorher, am 4. Juni trat der Chor auch beim Altenfest des Bürgervereins im Pfarrheim auf.

Und dann hieß es: auf nach Dresden! Dorthin führte uns die diesjährige Chorfahrt. Schon früh ging’s los am 22. Juni (Fronleichnam), denn Deutschland ist groß geworden. Vorbei an Limburg und Giessen fuhren wir bald durch den Thüringer Wald; von fern grüßten die Wartburg und die Drei Gleichen und bald war dann war das erste Ziel erreicht: im Café am Rathaus in Erfurt wartete schon ein opulentes Frühstück. Danach war noch genügend Zeit, die Hauptstadt Thüringens zu besichtigen, ausführlich erläutert von kundigen Stadtführern. Die meisten waren noch mit diesen Eindrücken beschäftigt, als wir auch schon Dresden erreichten, über die neue Autobahnbrücke über die Elbe fuhren und unser Hotel über der Stadt bezogen. Nach dem Abendessen boten die Busfahrer an, die Altstadt bei Nacht zu besuchen: Alle wichtigen Gebäude waren angestrahlt und boten so einen bleibenden ersten Eindruck. Und auch die Gastronomie bot ihr Bestes. Die Rückkehr ins Hotel gegen Mitternacht wurde uns durch den einsetzenden Regen erleichtert. Am nächsten Tag zeigten und erläuterten uns zwei “alte Dresdnerinnen” ihre Stadt von A (wie August der Starke) bis Z (wie Zwinger). Genauso beeindruckend waren die Felsen der Bastei im Elbsandsteingebirge. Die Festung Königstein konnten wir allerdings nur von unten betrachten. Am Samstag erlebten wir dann wieder eine ganz andere Landschaft: den Spreewald. Mit Booten, die ein Lausitzer “Gondoliere” stakte, fuhren wir gemächlich durch diese urwaldähnlichen Kanäle. Zurück im Hotel hieß es: schnell umziehen! Denn bald ging’s zur Hofkirche, in der wir die Ehre hatten, eine Messe singen zu dürfen, sehr zur Freude nicht nur der Sängerfrauen, sondern auch der Mitglieder der katholischen Frauengemeinschaft Eudenbach, die zur gleichen Zeit nach Dresden gereist waren, und es sich nicht nehmen ließen, uns zu überraschen. Unangenehm überrascht waren wir von dem bescheidenen Abendessen im Hotel, das keineswegs dem entsprach, was wir von früheren Chorfahrten gewohnt waren. Grund dafür war, dass die Organisation diesmal nicht unserem bewährten Reiseleiter Rudi Lichtenberg oblag, sondern zu seiner Entlastung das Reisebüro Kittlaus mit der Durchführung der Fahrt beauftragt worden war. Wie auch immer, nach dem Frühstück am Sonntagmorgen wurden die Koffer wieder im Bus verstaut und die Rückreise begann. Die Weltkulturstadt Weimar stand noch auf dem Programm. Jeder konnte hier noch auf den Spuren unserer Dichterfürsten wandeln bevor es nach dem Mittagessen endgültig in Richtung Heimat ging.

Auch in diesem Jahr wurde wieder eine “Trainingspause” in der Urlaubszeit eingelegt. Aber am 2. August waren (fast) alle wieder dabei, als Karl-Josef Pinnen seinen 60. Geburtstag feierte und uns zum mitfeiern in sein Zelt einlud. Natürlich bekam auch er dafür ein Ständchen gebracht. Aber auch bei der Prozession von Eudenbach nach Quirrenbach aus Anlass des Patronatsfestes am 13. August sang der Chor.

Vom 18. bis 20. August fand dann das traditionelle Waldfest im Heesternbüsch statt, das wieder ein toller Erfolg für den Verein wurde, weil sich wieder alle (einschließlich der Sängerfrauen) voll einsetzten.

Ein voller Erfolg war auch das Gemeinschaftskonzert “4 um 5” das die vier Männerchöre, die von den Brochins dirigiert werden (Geistingen, Wolsdorf, Stoßdorf und Quirrenbach), in Königswinter in der Aula zum Besten gaben.

Am 1. Oktober feierte Schwester Hildemaris (Rosa Weber) ihre 50-jährige Profess und die Pfarrgemeinde Eudenbach richtete für sie eine kleine Feier im Pfarrheim aus, zu der der Chor (neben der Feuerwehr) den musikalischen Rahmen gab. obwohl nicht das beste Wetter herrschte folgten viele Sänger dem Aufruf und wanderten am Nachmittag von Eudenbach nach Berghausen, wo “zufällig” das Dorfplatzfest gefeiert wurde und zum Verweilen und Singen einlud.

Auch Josef Faßbender wurde 60 und zwar am 25. Oktober, aber er brauchte ein wenig Erholung vom Alltagsstress. Deshalb machte er Urlaub in Spanien. Aber auch dort war er vor einem Ständchen des Chores nicht sicher. Über das Telefon wünschten wir ihm “Alles Gute zum Geburtstag” und ließen ihn hochleben.

Besondere Chorproben gab es im Herbst mehrere, denn weil Pawel Brochin verschiedene Auftritte mit anderen Chören hatte, vertrat ihn seine Gattin Irina bei den wichtigen Proben zur Vorbereitung auf Weihnachten bei einer Rekordbeteiligung von 30 Sängern! Am 17. Oktober war er wieder dabei, als es galt, ein namenloses(!) Lamm, das Rainer Wasserheß gespendet und Josef Faßbender fachgerecht zubereitet und mit Kartoffelgratin versehen hatte, zu vertilgen. Ekkehart Klaebe hatte dazu ein Fässchen Bier ausgegeben, damit die Angelegenheit nicht zu trocken werde.

Am 1.Adventssonntag (3. Dezember) fand wieder der Oberhauer Weihnachtsmarkt in der Mehrzweckhalle statt und der Chor war gebeten worden, bei der Eröffnung zu singen.

Wie in den Jahren zuvor sangen wir am Heiligen Abend einige Weihnachtslieder vor der Christmette, um den Gläubigen die Wartezeit zu verkürzen, und in der Mette die Pastoralmesse von Kreutzer – ohne das Credo. Aber ich glaube fest daran, das wir auch das noch schaffen werden. Das gleiche Programm trugen wir nochmals vor und zwar am 14. Januar 2001 in der Klosterkirche in Heisterbach.

Quirrenbach, im Dezember 2000

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