Jahresbericht 2002

Noch vor der Mitgliederversammlung war die erste Aktivität des Chores im Jahr 2002 der Auftritt in der evangelischen Kirche in Oberpleis am 6. Januar und zwar sangen wir dort zum Dreikönigsgottesdienst die Lieder, die wir für Heilig Abend eingeprobt hatten.

Am 18. Januar legte dann der Vorstand in der Mitgliederversammlung im Pfarrheim in Eudenbach dem Verein seinen Rechenschaftsbericht über das vergangene Jahr vor. Der Vorsitzende Josef Göbel dankte allen, die im vorangegangenen Jahr wieder aktiv am Vereinsleben teilgenommen hatten. Besonders erwähnte er die „runden“ Sängerjubiläen von Johannes Winterscheid, der seit nunmehr 10 Jahren im Chor singt, und von Wilfried Kirschbaum und Rudi Efferoth, die sogar seit 20 Jahren bzw. seit 25 Jahren aktiv sind. Als neue Sänger wurden Michael Dahm und Peter Tamme begrüßt. Wichtig war auch die Umstellung des Beitrags, weil ja seit dem 1.1.2002 die D‑Mark nicht mehr offizielles Zahlungsmittel ist. Die Mitglieder stimmten dem Vorschlag des Vorstands zu, den Beitrag für die aktiven Sänger 40 Euro und den Beitrag für die Inaktiven auf 18 Euro umzustellen. Weil nicht alle Ausgaben nur durch die Beiträge gedeckt werden können, dankte der Vorsitzende auch allen Spendern. Einer von ihnen wiederholte gleich seine Spendenzusage: Willi Weber II war so stolz, dass seine Stimme (1. Bass) bei den Proben am häufigsten vertreten war, deshalb spendierte er im Namen seiner Firma Kitz ein Fässchen Bier.

Freibier gab es auch, nachdem der Chor bei der Silberhochzeit des Sangesbruders Jochen Rohner am 2. Februar in Buchholz sein Ständchen gebracht hatte.

In der Eudenbacher Kirche sang der Chor am 17. März während einer Buß-Vesper.

Traditionsgemäß beteiligte sich der Chor auch in diesem Jahr an der Gestaltung des Rahmenprogramms zum Altenfest, zu dem der Bürgerverein am 21. April die älteren Mitbürger eingeladen hatte.

Ebenso traditionell ist das Mai-Ansingen am 1. Mai auf dem Eudenbacher Marktplatz. Auch diesmal hatte die Gemeinschaft der Gewerbetreibenden des Oberhaus wieder einen verkaufsoffenen Feiertag drum herum organisiert.

Der Mai hatte es wieder in sich: Zunächst gab es zwei Goldhochzeiten. Und zwar feierte am 5. Mai das Kochenbacher Ehepaar Klein Goldhochzeit seinen Ehrentag in einem großen Zelt, und bei der Gratulationscour durfte neben allen anderen Ortsvereinen natürlich auch der Chor nicht fehlen und auch nicht als das Ehepaar Schellberg am 25. Mai in Kotthausen seine Goldene Hochzeit feierte.

Und schon am nächsten Tag, an Fronleichnam beteiligte sich der Chor zunächst an der Prozession (zumindest mit 3 Fahnenträgern) und sang dann ein paar Liedern beim anschließenden Pfarrfest.

Der Höhepunkt nicht nur des Monats Mai sondern des ganzen Jahres 2002 war aber zweifellos die Chorfahrt. Am 30. Mai ging es schon früh am los. Nach einem guten Frühstück abseits der Autobahn und nochmals einigen hundert Kilometern Busfahrt erreichten wir unser Ziel Wernigerode im Harz. Nachdem die Koffer im „Gotischen Haus“ ausgepackt waren, blieb noch Zeit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Und nach dem ausgiebigen Abend­essen machten wir die erste Bekanntschaft mit einer Brockenhexe, die Geschichten und Lieder aus der Region zum Besten gab. Gut ausgeruht und mit einem Lunchpaket ausgerüstet bestiegen wir am nächsten Tag die Harzquerbahn, die uns und viele andere Touristen dampfschnaubend auf den Brocken beförderte. Bei eisigem Wind ließen wir uns von einem echten „Ranger“ die Geschichte, die Umgebung und die Vegetation des Brocken erklären. Dann ging’s wieder bergab; einige machten sich zu Fuß auf den Weg, strauchelten über dicken Brocken, die dort überall herumlagen, holten sich Blasen an den Füßen, fanden aber doch endlich die Hexenbaude in Sierke, zu der die anderen ganz gemütlich mit der Bahn fuhren und von einem Jagdhornbläser begrüßt wurden. Alle bekamen einen Hexenpunsch und ein üppiges Abendessen. Einige tanzten sogar noch mit einer Hexe, bevor der Bus dann alle wieder ins Hotel brachte. Am Samstag, den 1. Juni, ging’s nach Quedlinburg, wo wir zunächst mit einer Bimmelbahn eine Stadtrundfahrt machten und ganz bequem die vielen Fachwerkhäuser betrachten konnten. Das Mittagessen gab’s in einem alten Brauhaus. Und so gestärkt fuhren wir nach Halberstadt, wo die Inaktiven sich noch etwas in der Stadt umsehen konnten, während der Chor sich für die anschließende Messe in der St. Andreaskirche einsang. Nach Wernigerode zurückgekehrt gab es zunächst noch ein Ständchen auf der Treppe des Rathauses mit herrlicher Akustik vom Marktplatz und danach im historischen Ratskeller einen „Gemütlichen Abend mit Büffet und Unterhaltung“. Die (gemieteten) Akteure gaben sich große Mühe. Mehr Applaus aber gab’s bei der „Fidelen Gerichtssitzung“ in der Pianobar des Hotels, bei der Richter Rainer Wasserheß mit der Hilfe von Gerichtsdiener Peter Placke den Bösewicht Reinhard Otto schnell hinter Schloss und Riegel brachte. Nach dem opulenten Frühstück und einem Ständchen für Waltraud und Ferdi Templin zu ihrem 25. Hoch­zeitstag wurden die Koffer wieder eingeladen. Die Heimfahrt wurde in Goslar unterbrochen, wo uns zwei Fremden­führerinnen engagiert die Kaiserpfalz und die anderen Sehenswürdigkeiten der malerischen Stadt erläuterten. Nach dem Mittagessen ließen wir den Harz hinter uns und erreichten frohgestimmt nach einigen Umwegen wieder den Oberhau. Alle Reiseteilnehmer waren sich einig darüber, dass dies wieder eine „ordentliche“ Chorreise war. Daran änderte auch die kleine Episode, dass die Koffer der Quirrenbacher bereits in Eudenbach ausgeladen wurden, nur vorübergehend etwas.

Schon knapp 2 Wochen später, am 14. Juni, feierten die Berghausener ihr Straßenfest, und es ist für uns fast schon eine Pflicht, zur Eröffnung des Festes auf dem Dorfplatz zu singen.

Lange genug haben sie es sich überlegt, aber dann haben sie sich doch getraut: Ellen und Bernd Nixdorf haben am 6. Juli geheiratet. Und neben allerhand Oberpleiser Prominenz war auch der Chor eingeladen.

Groß gefeiert wurde auch der 65. Geburtstag von Rudi Efferoth, der am 13. Juli dafür extra eine große Halle von MAN in St. Augustin gemietet hatte, und da drin war nicht nur die Akustik sehr gut.

Weniger gut war die Akustik beim Ex-Bürgermeister Krämer, der am 21. Juli in seinem Garten in Berghausen seinen 65. Geburtstag feierte und sich über das überraschende Ständchen des Chores freute.

Am 11. August feierte die Pfarrgemeinde das Patronatsfest (Maria Himmelfahrt) wieder mit einer Prozession zur Quirrenbacher Kapelle vorbei an 3 Wegekreuzen, die von Willi Gilgen (Quirrenbacher Mitbürger) gestiftet worden waren. Bei der feierlichen Einweihung des dritten Kreuzes (Ecke Quirrenbacher Straße/Plätzerweg) und zur Abschlussfeier sang der Chor einige Lieder, obwohl es anfing zu regnen.

Keinen Regen hatten wir sowohl beim Aufbau als auch beim Waldfest selbst vom 16. bis 18. August im Heesternbüsch. Deshalb zeigten alle Verantwortlichen (und das sind ja eigentlich alle aktiven und fördernde Mitglieder) ein zufriedenes Gesicht. Erst nachdem am Montag alles wieder weggeräumt war und das Fest wie bei Asterix mit einem kleinen Gelage ausklang gab’s ein mächtiges Gewitter, über das sich aber keiner von uns mehr ärgerte.

Schönes Spätsommerwetter erlaubte es den Organisatoren, die Königswinterer Musiktage am 14./15.September im Park des Mathildenheims in Oberpleiser als Openair-Veranstaltung durchzuführen. Fast alle, die im Bergbereich von Königswinter Musik machen, traten dort auf und da durfte unser Chor nicht fehlen.

Der Bürgerverein Eudenbach besteht seit 30 Jahren und wollte langjährige Mitglieder in einer kleinen Feier vor dem Erntedank-Ball ehren. Deshalb wurde der Chor gebeten, die musikalische Umrahmung dafür zu liefern.

Auch bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes am 1. Dezember sang der Chor wieder in der Eudenbacher Mehrzweckhalle.

Am 24. Dezember sang der Chor wieder vor der Christmette– verstärkt durch die Solistin Irina Brochin – ein paar Weihnachtslieder, um den zahlreichen Gläubigen die Wartezeit etwas zu verkürzen und auf das Weihnachtsfest einzustimmen, und auch während der Mette, und zwar diesmal die Pastoralmesse von Kempter.

Quasi zur Generalprobe der Weihnachtslieder wurde vorher am 15. Dezember der Auftritt im Stieldorfer Altenheim. Dazu hatten uns die früheren Sänger Christian Weber (Orjels Chris) und Willi Knopp (der Rottenführer) eingeladen, die jetzt dort wohnen.

Ein gemeinsames Konzert der „Brochin-Chöre“, das eigentlich auch für Dezember geplant war, fiel leider aus.

Kurz bevor das Jahr zu Ende ging (am 27. Dezember), starb Edi Kurtenbach, der lange Zeit im Chor mitgesungen und im Vorstand mitgearbeitet hatte, im Alter von 75 Jahren.

Quirrenbach, im Dezember 2002

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