39. Waldfest des Männerchores Quirrenbach im Heesteren Bösch

Von Ekkehart Klaebe

Zum traditionellen Waldfest in den „Heesteren Bösch“, dem Waldstück zwischen Hühnerberg und Willmeroth lud der Männerchor Quirrenbach zum 39. Mal und 3 Tage lang herrschte Hochbetrieb. Bevor die Gäste sich ins Vergnügen stürzen konnten, hatten die Männer aber einiges an Schweiß zu vergießen, um das Waldstück in einen Festplatz zu verwandeln. (oder waren das eher die Regentropfen der ersten drei Aufbautage, die ihnen von den Gesichtern strömten?) Wie auch immer, der „heiße Draht zum Petrus“ hat offensichtlich gewirkt, denn von der Eröffnung des Festes am Freitag, den 20. August, bis zum Ende am Sonntag Abend konnte man sich über das Wetter wahrlich nicht beklagen.

Der obligatorische Fassbieranstich erfolgte durch Königswinters stellv. Bürgermeister Sokratis Theodoridis. Mit einem kräftigen Holzhammerschlag ließ er das kostbare Nass strömen und ließ es sich auch nicht nehmen, die aus „seinem“ Fass gefüllten Gläser persönlich an das Publikum zu verteilen. Danach war „Dämmern“ bei kühlen Getränken und leckeren Speisen aus der Futterkrippe, wie die Sänger liebevoll ihren Verpflegungsstand nennen, oder vom Grill angesagt.

Der Samstag stand ganz im Zeichen von Unterhaltung mit „DJ Volan“ (Wolfgang Keil aus Eudenbach), der die zahlreichen Musikwünsche problemlos erfüllen konnte.

Unterstützt wurden die Sänger während des Festes von ihren fleißigen Frauen und Freunden des Chores. Sie standen ihren Mann/Frau in der Futterkrippe oder an der Riesenpfanne, kellnerten, bedienten oder halfen, wo gerade Bedarf war.

Die Sonntagsfeierlichkeiten im Heesteren Bösch begannen mit der Sonntagsmesse unter freiem Himmel, zelebriert durch Pfarrer Udo Maria Schiffers und musikalisch untermalt vom Männerchor Quirrenbach, unter der Leitung von Pavel Brochin, sowie vom Musikzug der freiwilligen Feuerwehr Eudenbach unter Leitung von Dieter Bergmann. Der Musikzug sorgte anschließend auch für die musikalischen Klänge, ohne die der Frühschoppen im Wald kaum noch denkbar ist.

Für die meisten Gottesdienstbesucher und viele, die anschließend noch hinzukamen, galt offensichtlich das in anderem Zusammenhang entstandene Motto: „Heute bleibt die Küche kalt, wir essen … in der Bösch!“ Was das Herz begehrte, war da: Gegrilltes mit Pommes, Bratkartoffeln, Pilzen und, und und … aus der Futterkrippe, kühle Getränke vom Bierstand, eine große Auswahl verschiedener Weine aus der Weinlaube, schleckern am Eisstand nicht nur für Kinder.

Eine besondere Attraktion waren die erstmals angebotenen vor Ort frisch geräucherten Forellen. Angler und Räuchermeister Ewald Kurenbach hatte alle Hände voll zu tun, immer wieder für Nachschub im Rauchfang zu sorgen, bis schließlich sein Vorrat in kürzester Zeit restlos verspeist war. Das könnte eine neue Dauereinrichtung bei künftigen Waldfesten werden.

Über die legendäre Kaffeetafel, mit gespendetem Kuchen vieler Oberhauer, braucht man eigentlich gar nicht mehr zu reden, muss es aber dennoch tun. Begleitet von Marschmusik der Feuerwehrkapelle und stehendem Applaus der Gäste zog sich ein Lindwurm gelb gekleideter Männer und Frauen, die die prächtigen Torten vom Kühlwagen zum Kuchenzelt brachten. Dem Team um Angelika Kirschbaum blieb kaum Zeit, die Kuchen ansprechend zu platzieren und aufzuschneiden. Jeder wollte als erster das beste Stück haben, aber konnte sich bei der Auswahl oft kaum entscheiden, welches es denn sein sollte.

Für die Kinder war Unterhaltung pur angesagt. Mitarbeiter/innen der Kindertagesstätte Regenbogen aus Quirrenbach und die Reservistenkameradschaft sorgten dafür. Geschicklichkeitsspiele verschiedenster Art wurden angeboten oder man besuchte die Schminkecke. Begehrt waren auch die Spiegeleier vom Klappspaten und ein Bild aus der sich drehenden Trommel. Schade, dass gleichzeitig der Zirkus in Eudenbach seine Zelte aufgebaut hatte und die Kinder zur Vorstellung einlud. Durch die mangelnde Absprache der Zirkusorganisatoren mit den Ortsvereinen hat man sich gegenseitig die „Kunden“ abgejagt. Vielleicht lassen sich künftig solche Veranstaltungen durch frühzeitige Kontaktaufnahme mit den Ortsvereinen besser organisieren.

 


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