Bachs Geburtsstadt Eisenach erlebt den Männerchor Quirrenbach

Hannelore Heinrich zum Burgfräulein und Karl-Heinz Bluhm zum Junker von Eisenach gekürt

Für drei Tage hatten sich die Quirrenbacher Sänger Mitte Juni auf den Weg Richtung Thüringen gemacht und dabei allein 4 Auftritte absolviert.

Am Grenzmuseum Schifflersgrund an der ehemaligen innerdeutschen Grenze in der Nähe von Asbach in Hessen war ein Zwischenstopp. Das Museum bietet den Besuchern sehr eindrucksvoll und hautnah mit unzähligen Originalstücken inkl. der Wachtürme einen Einblick in das Geschehen am ehemaligen „Eisernen Vorhang“. Hier ließ sich bei einem Spaziergang entlang der Befestigungen erahnen, wie menschenverachtend diese Grenze nicht nur Familienbande durchschnitten hatte.

Die Asbach-Uralt-Schmiede mit dem 250 Jahre alten Schmiedehof in Asbach und einem urigen Restaurant empfing die Gruppe mit leckeren Speisen, vor allem aber kühlen Getränken, die angesichts des heißen Tages überlebenswichtig waren.

Ziel des ersten Tages war schließlich das Schlosshotel im Zentrum Eisenachs. Eisenach, gleich groß wie Königswinter, hat sich vor allem in den letzten Jahren sehr sehenswert herausgeputzt und konnte viel Bausubstanz aus der Jugendstilzeit restaurieren. Anziehungspunkt aber ist die weltbrühmte Wartburg, Weltkulturerbe seit 1999, hoch über der Stadt, die in der deutschen Geschichte eine besondere Rolle gespielt hat.

Gegründet im 11. Jahrhundert haben u.a. die hl. Elisabeth, Martin Luther, der hier das neue Testament übersetzte, Goethe und Franz Liszt dort gewohnt. Eine besonders gelungene launige Führung durch die Burg wurde mit kräftigem Beifall belohnt. Auch der sagenhafte Sängerkrieg im 13. Jahrhundert wird hier angesiedelt, Grund genug für den Chor, allerdings ohne Konkurrenz, mit einem Ständchen die dankbaren Besucher zu erfreuen.

Ein ausführlicher themenbezogener Rundgang mit sachkundiger Führung am Nachmittag des zweiten Tages der Reise unterstrich die Bedeutung Eisenachs als Geburtsstadt Bachs und Lutherstadt. Auf dem Marktplatz mitten im Kunsthandwerkermarkt glänzten die Sänger mit einem Open-Air-Konzert vor der St. Georgenkirche, an der schon Luther im Chor mitgesungen hat.

Abends versammelte man sich zu einem sehr kurzweiligen Festabend, der mit einem fast dreistündigen Programm von teilweise noch unbekannten Talenten des Chores gestaltet wurde. Dabei wurden auch die Gewinner des Eisenacher Quizzes ermittelt, das die Mitreisenden während der ersten beiden Tage intensiv beschäftigt hatte: Hannelore Heinrich wurde als beste der Damen zum Burgfräulein, Karl-Heinz Bluhm zum Junker von Eisenach von Ekkehart Klaebe, Quizmaster und zugleich auch hervorragender Reiseleiter, gekürt. Burgknappe ehrenhalber wurde der kleine Philipp Brochin, der sich mit den Eltern unter großem Beifall mit einem lustigen Mitmachlied einbrachte.

Der Sonntag stand im Zeichen eines Besuchs der St. Marien-Gemeinde in Bebra. Der Männerchor gestaltete den Gottesdienst mit der Vater-unser-Messe von Maierhofer musikalisch. Anschließend gab er noch ein Gospelkonzert im Innenhof der Kirche. Nach dem herzlichen Empfang durch die Gemeinde und dem ausdrücklichen Dank von Pfarrer Schweimer ging es auf die Heimreise, nur noch unterbrochen durch einen Abstecher in das mittelalterliche Städtchen Alsfeld mit seinen bildschönen, sehr gekonnt restaurierten Wohnhäusern.

Artikel in “Rundblick Siebengebirge”

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