Chorfahrt 2022: Niederrhein – dort wo der Himmel die Erde küsst…

…so poetisch beschrieb das niederrheinische Urgestein, der unvergessene Hans Dieter Hüsch, die Schönheit dieser Landschaft! Das konnten die fast 50 Gäste der diesjährigen Chorfahrt nur bestätigen.

Unter der Leitung  des ebenfalls vom Niederrhein stammenden Sängers Günter Kronenburg startete der Bus vom Oberhau Ende Mai für drei Tage Richtung Kleve. Nach zwei Stunden war der erste Zwischenstopp in der Marien Wallfahrtsstadt Kevelaer. Die herrlich ausgemalte Marienbasilika und die benachbarte Gnadenkapelle mit dem Gnadenbild der Gottesmutter, dem viele Wunderheilungen zugeschrieben werden und das Kevelaer sehr bekannt gemacht hat,  waren die ersten Ziele der Gruppe. Mitten in der Spargelzeit durfte ein Besuch in der Spargelhochburg Walbeck nicht fehlen, “Spargel satt” war angesagt und entsprach vollends den Erwartungen der hungrigen Gäste…

Das Einchecken im idyllisch gelegenen gastfreundlichen Landhaus Beckmann in Kalkar wurde gern zum kurzen Verschnaufen genutzt, bevor der Reiseleiter zu einer Niederrheinrundfahrt einlud. Sehr kenntnisreich kurzweilig gespickt mit manchen Anekdoten führte er durch mehrere Städte und Landschaften, wobei Kleve mit seinen berühmten Grünanlagen ohne Zweifel hervorstach.

Nach einem kurzen Spaziergang  auf der Flaniermeile von Emmerich am Rhein konnte man bei der Abendsonne mit direktem Blick auf den Strom das leckere Abendessen beim “Schlemmerich” geniessen. Auf dem Rückweg zum Bus  wurde den mitfahrenden Wilmas und Willis zu deren Freude und Überraschung noch ein Namenstagsständchen dargebracht. Nicht alle hatten noch die Kondition zu einem längeren Absacker im Hotel, sondern begaben sich nach dem langen Tag gleich in die Horizontale…

Der zweite Tag war der Kultur gewidmet. Zunächst waren die berühmten Retabel ( Schnitzaltäre ) in der Nikolaikirche in Kalkar das Ziel. Hier konnte die ebenso fachkundige  wie temperamentvolle Kirchenführerin, Frau Meurs, zwei Stunden lang die Gruppe für die Feinheiten der Meisterwerke aus der Zeit von Tilmann Riemenschneider begeistern. Der historische Ratskeller mit seinem schönen Ziegelsteingewölbe bot zum Mittag den passenden Rahmen für ein verdientes Mittagessen a la Carte.  Zum Nachtisch sozusagen gab es noch am Rathausplatz den “Truckers Run” zu bewundern, eine Parade von mehreren hundert LKW, die im Rahmen einer Charityveranstaltung jeweils einem schwer erkrankten Kind einen Ausflug boten und mit dem Höllenlärm der Hupen auf sich aufmerksam machten.

Was ist die Kultur am  Niederrhein ohne den umstrittensten zeitgenössischen Künstler Josef Beuys?  Das Kind des Niederheins füllt  das ganze bekannte Schloss Moyland mit seinen Kunstwerken, die man ohne kundige Führung kaum versteht. Und die gehen weit über die berühmte Fettecke hinaus. Die Kunstführerin vermittelte viel von seiner Philosophie    ( ” Kunst soll Gesellschaft verändern”oder “Gesellschaft ist soziale        Plastik” ), die sich hinter seinen Werken verbirgt. “Jetzt verstehe ich ihn etwas besser“  war dann auch immer wieder zu hören… Auch ein Spaziergang durch die sehenswerten Grünanlagen rund um das Schloss lohnte.

Nach soviel Kultur stand noch der bunte Abend im Hotel an. Nach ausgiebigem leckerem Abendessen vom Büffet gab es viel zu erzählen bis der Chor seine Mitreisenden mit einem kleinen aber feinen Konzert unter Leitung von Pavel Brochin begeistern konnte inkl. Zugabe mit dem Stück “Musik” von John Miles.

Der Sonntag stand morgends im Zeichen des Highlights der Chorfahrt. Im Xantener Dom durfte der Männerchor das Hochamt musikalisch gestalten. Weihbischof Rolf Lohmann war Zelebrant und begrüßte  eigens “die Sänger aus Königswinter”.  Die “Vater unser – Messe” von Maierhofer erklang und füllte dank guter Akustik den weiten Kirchenraum.                                          Xanten ist nicht nur durch den Dom und das Nibelungenlied bekannt sondern auch durch seine römische Vergangenheit. Daran erinnert der weitläufige Archeologische Park APX. Hier erfuhr die Reisegruppe viele Details über die römische Lebensweise und konnte einzelne Gebäude, die nach den Originalen rekonstruiert waren, auch betreten. Nicht zuletzt die Taverne, wo nach römischen Rezepten Zubereitetes zum Abschluss verspeist wurde. Auf der Heimfahrt dankte Dieter Reichelt dem Reiseleiter und Organisator der rundum gelungenen Chorreise, Günter Kronenburg, für seine hervorragende Vorbereitung und Durchführung. Dazu gehörte die präzise Zeitplanung, die drei Tage lang eingehalten wurde und besonders gelobt wurde. Nach drei abwechslungsreichen Tagen mit vielen Eindrücken erreichten die dankbaren Sänger und ihre Gäste am Abend wieder das Siebengebirge.

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